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Dienstag, 2. Mai 2017

Mut zur Nische: Erik Kellen mit "Die Blaue Königin" - Charaktervorstellung





Guten Morgen zusammen <3

Heute haben wir etwas Anderes bei uns auf dem Blog, denn ich nehme bei der Aktion "Mut zur Nische" teil, die von der Autorin Sandra Florean in Facebook ins Leben gerufen wurde. Dies ist das erste Mal, dass ich dabei sein darf und freue mich darüber, euch die Charaktere aus dem Buch vorstellen zu dürfen. Und dieses Buch verdient meiner Meinung nach definitiv mehr Aufmerksamkeit!

Doch worum geht es hierbei?

1. können keinem konkreten Genre zugeordnet werden, weil sie z. B. Elemente aus mehreren enthalten, aber keines davon überwiegt
oder
2. einem Nischengenre angehören, wie z. B. Steampunk, Science Fiction
und
3. von einem (kleinen) deutschen Verlag herausgebracht wurden, der nicht die Reichweite eines großen Publikumsverlags hat und deshalb z. B. auch nicht in den Buchhandlungen vertreten ist, oder selbst verlegt."


Und in diese Kategorie passt "Die Blaue Königin" von Erik Kellan durchaus, denn es ist ein Nischenbuch, weil es viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält.




So sieht das Cover aus und ich mag dieses Cover mehr, als das erste.
Wie das erste aussah und unter welchem Namen es veröffentlicht wurde, könnt ihr im Beitrag von Bonnie nachlesen, welcher am 30.4.17 online ging.


Ich möchte euch heute die beiden Protagonisten vorstellen und sie versuchen etwas mehr ins Licht zu rücken, denn beide haben mich sehr fasziniert. 

Dawn Evander 

Sie ist der weibliche Hauptcharakter in "Die Blaue Königin" und verkörpert eine starke, unabhängige Frau von 42 Jahren, die mit beiden Beinen im Leben steht. Oder doch nicht? 
Sie ist Verlagsmanagerin aus New York und arbeitet für den großen Verlag Duke & Salomon Publishing, Dawn gilt als die beste Agentin und wird stets dann gerufen, wenn die Verlage sehnsüchtig auf ihre Manuskripte warten, aber die Autoren in einer Lebenskrise stecken und kein Wort mehr aufs Papier bringen.
Dawn Evander ist weltgewandt, eine Meisterin auf ihrem Fachgebiet und dazu in der Lage, jeden noch so verzweifelt wirkenden Autor aus seiner Sinnkrise zu befreien und ihn zurück an den Schreibtisch zu bringen, dabei trägt sie stets die perfekte Maske aus Verständnis und Autorität. Sie kennt den Mittelweg zwischen Distanz und Nähe und schafft es allein durch ihr Auftreten, ihre Klienten in ihren Bann zu ziehen.

Dawn Evander ist eine Frau von Klasse, deren Herz eisig wie das Meer selbst ist, die Eisprinzessin, die Angst vor einer Beziehung hat und deswegen lieber alleine bleibt oder lockere Affären eingeht.

Von ihrem Vorgesetzten erhält sie den Auftrag nach Irland zu fliegen und dort den talentiertesten Schriftsteller seit langem endlich dazu zu bewegen, den nächsten und letzten Band seiner Reihe zu schreiben, denn der Verlag, aber vor allem die Leser warten schon viel zu lange darauf.
Pflicht ergeben begibt sie sich auf die Reise nach Irland, in ein abgelegenes Dorf und ein noch abgelegeneres Haus, nicht wissend, welche Folgen es für sie haben würde.

Hätte sie gewusst, was diese Reise mit ihr anstellen würde, hätte sie wohl aus lauter Angst dieses eine Mal gekniffen. Doch so ergab sie sich ihrem Schicksal und betrat das Haus eines Autors, der selbst auf der Flucht zu sein schien. 



Ulysses C. Darkwater 

Er ist der berühmteste und begehrteste Schriftsteller seiner Zeit. Die Titel seiner Bücher sind eine Offenbarung, der Inhalt dagegen ist die Krönung der schriftstellerischen Kunst. Und doch hat noch nie jemand den Mann persönlich gesehen. Er gilt als ein verschrobener alter Mann, der viel gesehen und viel erlebt haben muss, um solch ein Werk von über 1000 Seiten zu verfassen, in jedem Buch, in jeder Zeile steckt so viel Weisheit und Fantasy, so viel Glanz und Schmerz, dass es unmöglich für ein Leben reicht.
Und doch wartet der Verlag vergeblich auf den letzten Band der Reihe.

Als Dawn Evander in Irland ankommt, muss sie geschockt feststellen, dass der Autor, der als alter Mann gilt, gar kein alter Mann ist, sondern gerade einmal etwas über 30 Jahre alt ist.
Darkwater - wie Dawn ihn nennt - ist ein Mann mit Schatten, mit vielen Gesichtern, der sich in den Rollen seiner eigenen Protagonisten wohl fühlt. So ist ihre erste Begegnung eine sehr einzigartige, denn vor Dawn steht nicht Darkwater, sondern der Krieger aus den Büchern selbst, wild und unbändig, mit einem Kilt um die Hüften, verwegen und gefährlich.

Darkwater ist nur ein Pseudonym, ein Schutz seiner Selbst, vor der Vergangenheit, vor der Zukunft und das Schlimmste, er hat seine Muse verloren. Seit Jahren begleitet die blaue Königin ihn, der Krieger und ja, auch der Thronräuber selbst, über den er schreibt. Die Figuren, die er lebt, denen er Kanten und Gesichter gab, denen er Gefühl verlieh, in ihre Geschichte trat und selbst ein Teil davon wurde. Für seine Geschichte geht Darkwater bis ans Äußerste, bringt sich alles bei, was er wissen muss, um die Realität in die Fantasy einzuweben. Recherche und Schauspiel, die Feder ist sein bester Freund, dennoch bleiben die schneeweißen Bögen leer, kein Tintenwort auf ihnen, denn die Figuren, ihre Geschichte entgleitet ihm jedes Mal dann, wenn er sie fassen will.

Dabei sind die Figuren für ihn eine Familie, seine Familie und seine Flucht vor jenem Ereignis, der sein Leben für immer aus der Bahn geworfen hat. 



Die Gemeinsamkeit der beiden Protagonisten ist nicht leicht zu erkennen, aber je tiefer man in die Geschichte eintaucht und dabei immer mehr von den Charakteren zu sehen bekommt, merkt man doch schnell eines: Sie laufen vor etwas davon, sowohl Evander als auch Darkwater und je näher man dem Ende kommt, desto mehr versteht man die Protagonisten.
Ich persönlich war fasziniert davon, wie Darkwater dargestellt wurde und welche Lasten die erfolgreiche Geschäftsfrau Evander mit sich trug, ohne richtig zu ahnen, dass sie eigentlich vor dem floh, was geschehen war.
Und noch bestürzender und einnehmender war die Veränderung von Dawn, als sie zu der wird, die Darkwater braucht: Die Blaue Königin selbst und seine Muse. Sie ist es, die die Geschichte in der Geschichte lenkt, die zur lebenden blauen Königin wird und von ihr lernt. Sie ist eine Königin und ist es doch nicht. Sie ist verloren und doch nicht gebrochen und auf den Mann, den sie liebt, auf den wird sie warten, dort auf den Klippen, während das Meer um sie tost.

Manchmal war die Geschichte verwirrend, aber so lebendig, so fesselnd, dass ich mich gleichzeitig gefragt habe, wo ich denn die Bücher von Darkwater her bekommen könnte, um die Geschichte der Königin und ihres Ritters zu lesen. So gemein!
Lieber Erik Kellen: Wo finde ich diese Geschichte? Wo? :(


Das war mein Beitrag <3 Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen neugierig auf "Die Blaue Königin" machen mit der Charaktervorstellung. Und ja, es ist absichtlich, dass ich kaum etwas zum Äußeren der Charaktere gesagt habe. Es wird ein so tolles Bild mit den Worten gezeichnet, dass ihr das einfach selbst lesen solltet.

Am 4.5.17 geht es weiter auf Sandys Welt mit der Buchvorstellung aus der Sicht des Autors. Ganz viel Spaß!

1 Kommentar:

  1. Ich bin mehr durch Zufall hier gelandet. Begeistert vom Titelbild habe ich dann ein bisschen gestöbert und fand diese tolle Buchbeschreibung, bei der aus jedem Wort die Begeisterung für die Geschichte spricht. Das macht richtig Lust auf das Buch und ich glaube, ich muss jetzt einfach losziehen und es mir näher ansehen. :-)

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