Navigation

Samstag, 25. November 2017

Bloggeraktion - 11 Tage - 11 Geschichten - 11 Blogs



Herzlich Willkommen zum sechsten Tag unserer Bloggeraktion für das Buch "Nachtigall" von Thomas Pyczak.
Gemeinsam mit 10 anderen Bloggern und dem Autor durfte ich dieses Buch lesen und meine Gedanken dazu aufschreiben.

Es ist ein Buch mit 11 Kurzgeschichten, doch diese Geschichten gehen unter die Haut,
berühren das Herz und bringen einem zum Nachdenken. 



Kurz über das Buch:


Titel: Nachtigall
Autor: Thomas Pyczak
Seitenanzahl: 229 Seiten
Klappentext:

Tiere und Menschen begegnen sich in den elf Erzählungen, mal in einer sehr realen Welt, mal in einer traumhaften Sphäre. Als Störenfriede, Opfer, Tyrannen, Freunde, Retter in der Not. Eine Großwildjägerin auf dem Oktoberfest, gejagt von Feinden und Fans. Eine Frau und ihr kleiner Terrier, der unter keinen Umständen ein Schweizer Seehotel betreten darf. Ein Mann, der erst durch den Gesang einer Nachtigall erkennt, dass es unter der Oberfläche eines malerischen portugiesischen Dorfes lichterloh brennt. Ein Liebespaar, das während einer nächtlichen Schiffspassage nach Ibiza Bekanntschaft mit einer mysteriösen Katze macht. Ein Mann, der seine Traumfrau trifft und sie wegen eines Moskitos gleich wieder verliert. Freundschaft und Vertrauen, Angst und Fremdheit: In der Begegnung mit Tieren finden wir den Schlüssel zu uns selbst.


Kaufen? Einmal HIER klicken.






Die Geschichte, die ich bearbeiten durfte trägt den Titel "Schattenvogel".

Ein Titel, der nicht viel aussagt und gleichzeitig doch so passend ist. Als ich ihn las, habe ich mir vorgestellt, dass es um einen geheimen Vogel oder ein altes, verlorenes Artefakt geht, mit dem man eine geheimnisvolle Spezies oder etwas in die Richtung finden kann.

Weit gefehlt, aber um einen Vogel geht es tatsächlich, jedoch genau so, wie es der Titel sagt.
Es geht um den "Schattenvogel".

"Bevor ich in die Schule kam, verbrachte ich viel Zeit zu Hause, spielte, ärgerte mein Au-pair, sah aus dem Fenster und träumte wie eine Katze. Ich war ein zurückgezogenes Kind, ich genügte mir selbst. Am liebsten unterhielt ich mich mit meinem Schatten. Er war meine starke, furchtlose Seite. Ich mochte ihn sehr."

 Die Protagonistin dieser Geschichte ist ein Mädchen, welches ihren Schatten verliert und einen neuen bekommt. Doch keinen gewöhnlichen, denn ihr alter Schatten verschwindet, während ihr neuer Schatten nur auf den ersten Blick wie ein schwacher Ersatz erscheint.
Als sie hinter das Geheimnis ihres neuen Schattens kommt, ist sie noch glücklicher, als es bereits der Fall war und freundet sich mit ihrem "Schattenvogel" an, der nur in einer bestimmten Situation als solcher zu sehen ist.

Das Mädchen bezeichnet ihren Schatten als ihre "starke, furchtlose Seite", also jene Eigenschaften, die sie sich selbst nicht zutraut oder nicht zutrauen möchte.
Vielleicht erscheint sie auch während der Geschichte ein bisschen naiv, ein bisschen ängstlich, aber ich mochte sie von Anfang an und kann ihren Gedankengang nachvollziehen.
Wer, wenn nicht der Schatten, kann der beste Freund sein?
Wer, wenn nicht der Schatten, all die Geheimnisse bewahren, all die Gedanken teilen?
Immerhin ist es ein Teil von einem selbst und doch vielleicht gar eigenständig?

Im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass der alte Schatten zu einem Menschen wurde, zu Reichtum gelangte, aber ein Mensch mit niederem Charakter bei raus kam.
Nichts von der Liebe, der Vertrautheit und der Akzeptanz des Mädchens, dem es einst angehörte.

Und so beschließt der alte Schatten, dass es jetzt wieder der Schatten des Mädchens sein will, noch besser, das Mädchen soll der Schatten des zum leben erwachten Schattens werden.
Wie es ausgeht, nun, dieses Geheimnis müsst ihr selbst lüften, aber was ich nach dem Lesen der Geschichte dachte, das erzähle ich euch.

Wenn der Schatten des Mädchens eine niederträchtige Person ohne Liebe, Familie und Freundschaft wurde, die über Jahre hinweg an Geld und Ansehen gelangte, durch Betrug und Intrigen, dann war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass das Mädchen ihren alten Schatten einst verlor.

Ich meine, wenn man sich das mal vorstellt: Der Schatten als ihre "starke, furchtlose Seite", die jeder Gefahr zu trotzen vermag, die sich gegen den Wind stellt und ihre Ziele erreicht. Die niederträchtig jede Schwäche benutzt, wie sehr hätte dieser Schatten doch das Mädchen selbst verderben können.
Wenn es seine Macht über das Mädchen hätte, was wäre dann für eine Frau aus ihr geworden?
Genau so niederträchtig, wie der alte Schatten?
Einsam? Gefühlskalt? Mit dem leichten Wunsch nach wahrer Freundschaft, aber innerlich zu abstoßend dafür?
Wenn der Schatten jene Eigenschaften hat, die sich das Mädchen von sich wünschte und sie den Schatten als ihren besten Freund ansah, dann kann ich mir gut vorstellen, dass der alte Schatten sie sicher auch auf seine Weise mit der Zeit hätte manipulieren können.

Der Schattenvogel dagegen beschützt und bewahrt, aber kann er das wirklich, so als Schatten?

****


1 Kommentar:

  1. Ein wirklich wundervoller Beitrag, vielen Dank dafür! :)

    AntwortenLöschen